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Unser Vorfahr Jean Daigle genannt Lallemand (der Deutsche) Jean Daigle gehört zu den Ankömmlingen im Herbst 1668. Marie de l'Incarnation spricht von diesem Zuwachs «als einer gemischten Lieferung: Portugiesen, Deutsche, Holländer und Maurinnen...». Am 6.Dezember desselben Jahres hat er der Religion Luthers, zugunsten des Katholizismus, abgeschworen. Aber man kann erst ab 1673 mithilfe der damaligen Dokumente die wichtigsten Ereignisse seines Lebens nachvollziehen. Im Sommer 1673 muss sich Jean Daigle nach Pariser Rechtsprechung vor Gericht verantworten. Seine Vermittlung in einem Streit zwischen Betrunkenen und sein Widerstand gegen die Befehle des Polizeichefs, der in dieser Auseinandersetzung einschritt, bringen ihm 15 Tage Gefängnis ein. Eine Verurteilung zu 10 Pfund Strafe und «dem Verbot rückfällig zu werden, da ihm sonst die Todesstrafe droht». Im folgenden Frühling kauft Jean von Pierre Ledoux ein Grundstück, das im Kreis Bourg-Royal, etwa 3 Wegstunden nördlich von Québec liegt. Er baut sein Haus am Hügelhang und gewöhnt sich schnell in das Leben in dieser Pfarrgemeinde ein. Seine direkterNachbar ist die Familie Proteau und etwas weiter südlich die Familien Bédard, Chalifour, Mignier, Paradis, Allard, Boutet und andere mehr. Ein Dokument des Jahres 1681 gibt seinen Beruf als Matrose an. Am 24. Juni 1682, vor dem Antritt einer langen «und risikoreichen» Reise in den Norden, diktiert er dem Notar Duquet seinen letzten Willen...Jean Lallemand gehört zu einer Besetzung von 29 Seeleuten, die Radisson und Des Groseilliers zur Baie d'Hudson begleiten, um die Kontrolle über den Pelzhandel mit den Wilden wiederzuerlangen. Der Ausgang dieser Expedition ist katastrophal für die beiden berühmten Händler. Man verlangt von ihnen die Rückgabe aller beschlagnahmten Waren, Boote und Pelze zugunsten der englischen Händler aus Neu-England. 1689 akzeptiert Jean ein Angebot von Pierre Lallemand, ein junger Steuermann des Bootes von Radisson während der Reise nach Baie d'Hudson, «Holz zu transportieren, solange der Fluss [Sankt-Laurenz-Strom] befahrbar ist». Am 5. November 1685 nimmt unser Vorfahr die älteste Tochter der Nachbarfamilie Proteau als Frau. Marie-Anne, in Frankreich geboren, gibt an 19 Jahre alt zu sein. Dasselbe Dokument offenbart uns die europäischen Wurzeln unseres Vorfahren. Er ist der Sohn des verstorbenen Georges D'Egme und von Marie Chauvin, die in Wien in Niederdeutschland lebt. Jean Daigle ist somit der erste registrierte Österreicher in Neu-Frankreich. Das erste Kind des Paares Daigle-Proteau stirbt einige Tage nach der Geburt im November 1686. Ein zweites Kind, André kommt am 2. November 1688 zur Welt. Und in den Jahren 1691 bis 1698 werden Jacques, Etienne, Jean, Marie und Jean-Baptiste geboren. Der Tod unseres Vorfahren ist zwischen den Zeilen aus einem notariellen Dokument vom 14. März 1700 zu entnehmen. In diesem Dokument werden die Bedingungen der Anstellung Etiennes in Charles Marettes Dienste in Ange Gardien festgelegt. Es ist geschrieben, dass Marie-Anne ihn «aus freiem Willen verpflichtet...für die sieben Jahre ab dem Pfingstfest des letzten Jahres». Alles lässt uns glauben, dass Marie-Anne im Mai oder Juni 1699 Witwe geworden ist. Es ist weder ein ziviles noch ein religiöses Dokument gefunden worden, das uns Auskunft über Jean Daigles Tod gibt. Im Juli 1703 heiratet Marie-Anne Pierre Vilday, der aus Spanien stammt. Dieser leitet die Geschicke der Daigleschen Güter und kümmert sich um die Tutorenrechte für die minderjährigen Kinder. Zur selben Zeit ist er Pächter des Herrn Jacques Gourdeau. Dieses Grundstück liegt der Stadt Québec gegenüber, an der Spitze der Ile d'Orléans in Sainte-Pétronille. Die Inventur des Hauses in Bourg-Royal zeigt uns anhand der aufgeführten Güter (Bett, Teller, Besteck, usw.), dass dort nur zwei Personen leben können. Bis zum Herbst 1708 leben André und Jacques weiterhin in Charlesbourg, aber der Verkauf des Hauses wird unumgänglich, um die seit Jeans Tod angelaufenen Grundsteuerschulden bezahlen zu können. Pierre Vilday stirbt am 20. März 1716. Danach zieht Marie-Anne in die Basse-Ville [Teil der Stadt,die unter dem Abhang liegt] von Québec. Sie verheiratet sich ein drittes Mal mit einem Franzosen, Nicolas Cornières. Diese Hochzeit findet einen Monat nach der Eheschliessung ihrer Tochter Marie mit Louis Richard im Juli 1716 statt. Am 17. November 1742 stirbt Marie-Anne im Alter von 76 Jahren, sie wird am selben Tag beigesetzt.
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